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Der Letzte Flussarm und die Ems

05.06.2023

Unsere letzte Nacht auf dieser Reise, bevor wir Leer an der Leda erreichen. Wir wollen dem DEK und den alten Flussarmen noch einmal eine Chance geben. 10 km fahren, einmal Schleusen, und dann verspricht unser Buch gute Anlegemöglichkeiten am Restaurant Emsblick.

Auch das ist leider enttäuschend. Der Steg ist in einem schlechten Zustand. Das Schild des Restaurants is verrostet und überwuchert. Das Restaurant gleicht einem Spukspelunke im wilden Westen.

Wir haben ihn gesehen, den Dortmund-Ems-Kanal: vergessener Ruhm, verschwundener Stolz, aber abenteuerlich...

Glücklicherweise ist der letzte Flussarm vor der letzten Schleuse breit genug für uns. Wir haben Nomi versprochen, dass sie heute Abend für ihren Spaziergang Landgang hat. Also fahren wir die Antilope mit dem Luvbeißer in den Modder, lassen die Schwerter herunter und wiederholen den Ankertrick von heute Morgen.

Über Treppen und unseren Steg kommen wir an Land und weil die Natur neben DEK und Eems einfach wunderbar ist, nehmen wir die Einladung der Sommerwiese an und machen ein Picknick in der Abendsonne zwischen Bienen, Spatzen, Pferden und Katzen.

Wir finden, das ist ein würdiger Abschluss einer abenteuerlichen Reise auf MLK, DEK ist und... das Beste muss noch kommen: Die Kraft des Gezeitenflusses Ems.

Am nächsten Morgen müssen wir um 8:00 Uhr an der Schleuse sein, wenn wir mit abfließendem Wasser nach Leer wollen. Der Anker geht leicht hoch, ein wenig Schlammgeruch an unseren Händen, ein wenig Wasser unter dem Schiff und sind wir frei...

Da wir ein großes Schiff sind, schleust uns Herbrum selbstverständlich gern. Hier arbeiten Menschen, die mit und vom Fluss leben. Sie denken mit, lassen Sie uns mit unserem Tiefgang passieren.

Um 8:45 Uhr sind wir durch und der Ebbstrom nimmt uns mit zu Tal. Wie in einer Achterbahn sind wir mit 7 Knoten innerhalb von 2 Stunden und 20 Minuten 28 km weiter. Der Flutstrom setzt 2 km vor der Einmündung in die Leda und damit bis zur Schleusenrinne nach Leer wieder ein. Innerhalb einer Minute geht unsere Geschwindigkeit von 7 Knoten auf 2 Knoten. Plötzlich kriechen wir das bereits steigende Wasser hinauf. Die Strömung ist so stark, dass sie uns allen Theorien und Fahrkenntnissen zum Trotz in der Leda seitwärts drückt. Zum Glück ist es auch hier breit genug.

Vor uns fährt ein Schubverband mit Kran in die Schleuse ein. Von seinem Warteplatz aus benötigt er etwa 50 Minuten, um in den Schleusenkanal zu gelangen. Wir passieren ihn, wenden weiter oben im Fluss und warten gegen den Flutstrom bis wir an der Reihe sind.

Auch das ist keine einfache Übung, aber es klappt.